Indexierung als Instrument zur Berücksichtigung von makroökonomischen Entwicklungen bei Großprojekten

Indexierung als Instrument zur Berücksichtigung von makroökonomischen Entwicklungen bei Großprojekten

Infrastrukturelle Großprojekte unter internationaler Beteiligung erfordern eine besondere Form der Kalkulation und des Controllings unter Berücksichtigung von makroökonomischen Schwankungen während der oft mehrjährigen Projektlaufzeit. Die Indexierung kann bei geeigneter Anwendung über einen längeren Zeitraum die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen regelbasiert berücksichtigen und auf diese Weise eine unregelmäßige und aufwendige Nachverhandlung von Budgetrahmen und Kostenbeteiligungen vermeiden. Wenn die Indexierung jedoch nicht in ausreichendem Maß die externe Umweltentwicklung des Projekts berücksichtigt, führt die Indexierung zu nicht steuerbaren Risiken für das Unternehmen. Bei einem öffentlich geförderten Projekt mit Beteiligung von internationalen Partnern ist die Indexierung dabei besonders anspruchsvoll. Es müssen die lokalen ökonomischen Bedingungen des gewählten Bauortes berücksichtigt werden, aber auch die Entwicklungen im Heimatland des jeweiligen internationalen Partners. Eine Indexierungsmethodik ist folglich mit großer Sorgfalt zu definieren.

Im Rahmen des Kooperationsforschungsprojekts mit einer internationalen Forschungseinrichtung werden die Möglichkeiten der Indexierung zur Berücksichtigung makroökonomischer Entwicklungen über die Dauer der Realisierung eines Großprojekts erforscht. Am Beispiel des Baus einer Forschungsanlage unter internationaler Beteiligung wird untersucht, wie projektbezogene Preisentwicklungen möglichst realitätsnah modelliert werden können, um so die jährliche Kostenbeteiligung der verschiedenen internationalen Partner zu bestimmen und zukünftige Kostenentwicklungen besser abzuschätzen. Dabei werden verschiedene Indexierungsmethoden analysiert und ein auf regionalen, nationalen und internationalen Preisindizes basierender projektspezifischer Metaindex entwickelt.

Eckdaten:

Laufzeit: Dezember 2016 bis März 2017

Projektleitung: Jan Tränkner und Christian Friedrich