Was passiert, wenn wir die prognostizierten 28.8 Millionen mehr Güterverkehr in 2026 nur über die Straße schicken?

21.05.2026

Wusstet ihr, dass das Güterverkehrsaufkommen in Deutschland bis 2026 um 28,8 Millionen Tonnen steigen soll? All diese Güter ausschließlich auf der Straße zu transportieren, würde bedeuten: mehr Lkw, mehr Staus und eine stärkere Belastung der Straßeninfrastruktur.

Der intermodale Güterverkehr kann einen Teil dieses Wachstums auffangen. Die Kapazitäten der Schiene sind jedoch nur dann von Nutzen, wenn Verlader und Spediteure die verfügbaren Verbindungen, Fahrpläne und Kapazitäten kennen – und das ist nicht so selbstverständlich, wie es klingt.

Viele Dienstleistungen im Schienenverkehr basieren auf festen Verbindungen, festen Fahrplänen und unternehmensspezifischen Planungssystemen. Dies vereinfacht den Betrieb, allerdings nur innerhalb des unternehmensspezifischen Umfelds. Verladern und Spediteuren fehlt oft ein klarer Überblick über die verfügbaren Dienstleistungen, während intermodale Operateure ausreichend Buchungen benötigen, um bestehende Verbindungen profitabel zu betreiben. Kombinieren wir verfügbare Ladeeinheiten mit Zugkapazitäten und Verbindungen, könnten wir ausgewählte Korridore hochauslasten.

Unsere Interviewstudie deutet darauf hin, dass neben digitalen Plattformen im Güterverkehr auch die traditionelle Frachtkooperation sehr hilfreich sein könnte: Wenn intermodale Operateure enger zusammenarbeiten, können bestehende Dienstleistungen sichtbarer, leichter zugänglich und für Verlader und Spediteure attraktiver werden. Mehr Transparenz, abgestimmte Prozesse und gebündelte Volumina führen zu regelmäßigeren Abfahrten und einem besseren Service. Oder, wie es ein Interviewpartner formulierte: Wenn durch Kooperation drei Hin- und Rückfahrten zu sechs werden, wird das Angebot deutlich attraktiver.

28,8 Millionen Tonnen mehr transportieren sich nicht von selbst. Um eine zusätzliche Belastung des Straßennetzes zu verhindern, müssen wir intelligente Wege finden, um die Nachfrage zu bündeln und bestehende Schienenverkehrsangebote zu nutzen. Das beginnt mit dem gegenseitigen Austausch von Güterverkehrsdaten: über Nachfrage, Verbindungen, Fahrpläne und verfügbare Kapazitäten.

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