3_Management von Logistik- und Produktionsnetzwerken

Management von Logistik- und Produktionsnetzwerken

Weltweite Lieferbeziehungen, komplexe Netzwerkstrukturen und volatile Marktbedingungen erfordern einerseits eine robuste Gestaltung von Logistik- und Produktionsnetzwerken. Andererseits sind eine hohe Flexibilität und schnelle Reaktionsfähigkeit der Unternehmen notwendig, um die netzwerkweiten, akteursübergreifenden Prozesse auch unter Unsicherheit kosteneffizient zu planen, zu realisieren und zu steuern. Weiterhin werden durch Megatrends wie Digitalisierung und Urbanisierung die Rahmenbedingungen für Logistik und Produktion grundlegend geändert. Neue und angepasste Geschäftsmodelle und Prozesse sind notwendig, um die Megatrends aufzugreifen und gleichzeitig den Anforderungen an die Robustheit und Flexibilität von Logistik- und Produktionsnetzwerken im kompetitiven Umfeld gerecht zu werden.

Der Forschungsschwerpunkt „Management von Logistik- und Produktionsnetzwerken“ legt den Fokus auf die strategische Planung, Gestaltung und Steuerung von zukunftsfähigen Logistik- und Produktionsnetzwerken. Hierzu zählen die Analyse von Marktentwicklungen sowie der daraus resultierenden Reaktionen von Unternehmen. Diese bestehen zum Beispiel in der Anpassung von Geschäftsmodellen, der Ausgestaltung von Kooperationen und Rekonfiguration von Strukturen in Wertschöpfungsnetzwerken.

Mit Hilfe von Benchmarking-, Trend-, und Simulationsstudien werden diese Entwicklungen detailliert betrachtet und quantitativ bewertet. Auf dieser Basis werden einerseits Konzepte für Geschäftsmodelle auf der Unternehmensebene erarbeitet. Andererseits werden auf der Netzwerkebene Kooperationsmodelle und Supply Chain Konfigurationen entwickelt und konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Ausgewählte Forschungsfragen

  • Welche Chancen und Risiken entstehen durch aktuelle Megatrends wie Urbanisierung und Digitalisierung für die Dienstleistungsentwicklung von Logistik- und Industrieunternehmen?
  • Wie kann durch Bedarfs- und Kapazitätsmanagement die Prognosequalität in der Supply Chain erhöht werden, um verbesserte Planungsprozesse zu ermöglichen?
  • Wie lässt sich die Leistungsfähigkeit von Wertschöpfungsketten umfassend benchmarken und bewerten?
  • Wie sind Ressourcen im Wertschöpfungsnetzwerk für ein kosteneffizientes Supply Chain Design aus  Sicht des „Total Cost of Ownership“-Ansatzes zu allokieren?
  • Wie lässt sich die Agilität und Robustheit von Distributionssystemen durch Kooperationskonzepte verbessern?
  • Wie wirken sich aktuelle und zukünftige Entwicklungen (z. B. Umweltanforderungen) auf den Logistikmarkt insgesamt aus?

Forschungsthemen

Zur zielgerichteten Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle von Industrieunternehmen und Unternehmen der Logistik- und Transportbranche werden neue Dienstleistungskonzepte zur Erfüllung der Kundenanforderungen untersucht. Gegenstand der Forschung ist die Konzeption und Evaluation von systematischen Vorgehensmodellen zur Geschäftsentwicklung. Hierbei werden insbesondere die zunehmenden Möglichkeiten der Digitalisierung bei der Dienstleistungsentwicklung und -erbringung berücksichtigt, um den Anforderungen in bestehenden und neuen Absatzmärkten gerecht zu werden.

Hohe Marktvolatilitäten und global aufgestellte Beschaffungs-, Produktions- und Distributionsnetzwerke führen zu neuen Herausforderungen und Unsicherheiten in der Planung. Ein effektives und unternehmensübergreifendes Bedarfs- und Kapazitätsmanagement (BKM) ist erforderlich, um die Allokation von Ressourcen im Wertschöpfungsnetzwerk zu steuern und bei Engpässen proaktiv Gegenmaßnahmen einzuleiten. Zur Vorbereitung und Analyse des Status-Quo sind systematische Benchmarks Gegenstand der Forschung. Diese ermöglichen aussagekräftige Vergleiche zum Wettbewerb, aus denen sich wertvolle Verbesserungspotentiale ableiten lassen. Zur Entscheidungsunterstützung beim BKM werden darauf aufbauend Szenarien zur Konfiguration des Netzwerkdesigns entwickelt und simulationsbasiert untersucht.

Um die Leistungsfähigkeit von Wertschöpfungsnetzwerken zu erhöhen, entwickeln sich Kooperationsmodelle zunehmend zu einem wichtigen Instrument. Entscheidend für deren Erfolg ist jedoch die differenzierte Ausgestaltung für alle beteiligten Partner. Im Anbetracht dessen stehen Untersuchungen bezüglich der Anforderungen und konzeptionellen Ausgestaltung von Kooperationen in Wertschöpfungsnetzwerken im Blickfeld der Forschung. In agentenbasierten Simulationsmodellen werden konkrete Umsetzungsmöglichkeiten betrachtet.

In diesem Themenfeld werden die Auswirkungen von aktuellen Megatrends auf die regionale Marktentwicklung in der Logistikbranche erforscht. Dabei bieten die Trendstudien einen praxisorientierten Blick auf die sich verändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die entstehenden Zukunftsperspektiven für die in der Logistikbranche beteiligten Akteure.

Ausgewählte Publikationen